2011: Rund 3.000 Menschen waren auf pfingstnächtlicher Entdeckungstour

Gospel- und Taizégesänge in und vor der Degerlocher Michaelskirche [Foto: Thomas Rathay]

Gospel- und Taizégesänge in und vor der Degerlocher Michaelskirche [Foto: Thomas Rathay]


Musik von Bach bis Jazz, meditative Annäherungen an Salböl und Weihrauch, Performance, Feier und eine Nachtwanderung von Kirche zu Kirche – auch 2011 gab es bei der Nacht der offenen Kirchen an Pfingsten eine beeindruckende Vielfalt von Veranstaltungen. 15 evangelische und eine katholische Kirche zwischen Degerloch und Mühlhausen hatten ihre Tore geöffnet.
 
Dass sich die Degerlocher Michaelskirche 2011 erstmals mit einem Programm an der Nacht der offenen Kirchen in Stuttgart beteiligte, lohnte sich. In diesem Urteil waren sich Veranstalter und Besucherinnen und Besucher einig. „Ich bin überrascht, wie viele Leute gekommen sind. Die Kirche ist voll“, freute sich Gemeindepfarrer Ulrich Wiedenroth. Gospel- und Taizégesänge und ein Jazzkonzert mit dem Amsterdamer Jazzduo „Anitschka“ standen in Degerloch auf dem Programm.

"Lockerer als sonst und dennoch sakral"

„Diese Nacht der offenen Kirchen ist eine super Sache“, meinte ein Besucher an der Getränkebar im stilvoll illuminierten Kirchgarten. Das Programm in der Kirche sei „lockerer als sonst, aber durch Musik und Texte hat es dennoch einen sakralen Charakter.“

Sakrales am eigenen Leib erfahren konnten die Besucherinnen und Besucher in der St. Georgskirche in Stuttgart-Nord. Dort standen vier liturgische Elemente – Taufwasser, Kerzenlicht, Salböl und Weihrauch – bereit. Eher intime Momente in einer stillen Seitenkapelle, wo man die wohltuende Wirkung von Salböl erspüren konnte. Beherzter ging es in einer anderen Nische zu. Dort ließen sich viele Teilnehmerinnen und Teilnehmer in die Geheimnisse der Weihrauchproduktion einweihen. „In der Nacht der offenen Kirchen kann man die Kirchengebäude mal anders kennen lernen als im Gottesdienst. Es ist spannend, was sich die Gemeinden einfallen lassen“, meinte eine junge Frau.

Hauptattraktion: der Kirchenraum

Die evangelischen Kirchengemeinden in Stuttgart-West organisierten eine Wanderung von Kirche zu Kirche, mit musikalischen und geistlichen Programmen. „Abends über der Stadt“ hieß das Angebot der Stiftskirche, wo vom Westturm überraschende Ausblicke ermöglicht wurden. Noch spätabends kamen etliche Nachtschwärmer staunend durch die offene Stiftskirchentür. Hauptprogrammpunkt in der Stiftskirche war außer der Turmbesteigung der Kirchenraum selbst. Man konnte ihn einfach auf sich wirken lassen – oder eine spontane Kirchenführung mit den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern machen. „Dass wir dieses Jahr kein großes Programm veranstalten, sondern einfach nur unsere Kirche öffnen – gerade das fasziniert viele Besucher“, beobachtete eine Mitarbeiterin.

Auch der Turm der Cannstatter Stadtkirche konnte bestiegen werden. Hier und in der Mühlhäuser Veitskapelle standen Kirchenführungen und Musik auf dem Programm. Viele nutzten die Chance, einen Blick in das Mühlhäuser Kleinod aus dem 14. Jahrhundert zu werfen. Nach liturgischen Performances gab es in der Jugendkirche von 23 bis 2 Uhr Tanz und Lounge.

Geöffnet hatten außerdem: Schlosskirche, Leonhardskirche, Erlöserkirche, Friedenskirche, Gaisburger Kirche, Haigstkirche und Markuskirche.